Eine heiße Spur oder ein Cold Case? Die Chemie überführt Täter!


Wir fällen nahezu täglich moralische Urteile. Sie sind ein individueller Prozess, in dem wir festlegen, was falsch ist, was richtig ist, was gut ist, was schlecht ist, was verrückt ist, was surreal ist, was ethisch ist und was völlig unvertretbar. Dafür, dass auch subjektiv Urteile richtig gefällt werden können, haben aber unter anderem Fortschritte in der Chemie gesorgt.

Sonntagabend, 20:15, alle werden wir zu Kriminalexperten. Oftmals vermuten wir Täter und Tathergänge aufgrund vermeintlich offensichtlicher Spuren. Gut und Böse haben wir nach spätestens 10 Minuten für uns abgestempelt. Doch dann die dramatische Wendung kurz vor Schluss und wir müssen uns eingestehen, dass wir die wahre Spurensuche wohl doch den Experten überlassen sollten.

Am Tatort hinterlassen potenzielle Täter fast immer Hinweise vielfältiger Art und Weise, die jedoch oft nur mit speziellen physikalischen und chemischen Methoden sichtbar gemacht und ausgewertet werden können. Von einfachen chemischen Reaktionen zum Nachweis von Giften über chromatographische oder elektrophoretische Verfahren bis hin zur Sichtbarmachung von Fingerabdrücken und komplizierten physikalischen und biochemischen Methoden gibt es fast nichts, das es nicht gibt. Besonders die Analyse des Erbguts, der sogenannte genetische Fingerabdruck, verrät Täter schonungslos.

Der Fingerabdruck – eine einzigartige Spur

Ein Fingerabdruck ist selten einwandfrei auf einer Fläche zu sehen. Hier kommt die Chemie zum Einsatz, denn Bestandteile eines Fingerabdrucks sind u. a. Aminosäuren (Eiweißbestandteile) und Fette. Die Aminosäuren bilden mit Ninhydrin, einem Reagenz zum Nachweis der Aminosäuren, eine blaue Verbindung. Gibt man dieses Nachweismittel anschließend auf die zu untersuchende Fläche, werden Konturen des Fingerabdrucks sichtbar und können mit vorliegenden verglichen werden.

Kurzer Funfact am Rande: Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei genetische Fingerabdrücke übereinstimmen, ist kleiner als 1:1 000 000.

Im Labor reichen kleinste Mengen eines Erbmaterials aus, um daraus DNA zu isolieren. Durch spezielle Enzyme wird die DNA in Hunderte kleine Abschnitte aufgeteilt und durch spezielle Färbetechniken in einem Gel sichtbar. So entstehen typische Muster, die sich individuell unterscheiden und nicht nur zur Identifikation von Personen dienen, sondern auch für Vaterschaftstests herangezogen werden.

Giftstoffe – unsichtbare Spuren

Es geht in der Forensik nicht nur darum, den Täter auf frischer Tat zu ertappen, oftmals müssen auch im Nachhinein bestimmte Stoffe erkannt und ihre Menge bestimmt werden. Bis zum 19. Jahrhundert konnten Gifte kaum nachgewiesen werden. Giftangriffe waren somit nicht unüblich, um ungeliebte Feinde loszuwerden. Moderne spektroskopische und chromatographische Vorgänge sind so detailgetreu und genau, dass organische Gifte auch in verschwindend geringer Konzentration zuverlässig nachgewiesen werden können.

Heutzutage werden diese Verfahren vor allem im Bereich des Sports angewendet, um Dopingmittel aufzuspüren. Dazu wird der Urin der Sportler untersucht. Die Urinprobe wird vorerst in A- und B-Probe unterteilt. Ist der erste Test positiv, wird von einem zweiten Labor auch die B-Probe untersucht. Wenn beide Test positiv sind, ist der Fall eindeutig.

Mit jedem Fortschritt chemischer Verfahren steigen also die Chancen der kriminalistischen Forensik, auch einen sogenannten „Cold Case“ wieder zu einem aktuellen Fall zu machen und diesen erfolgreich zu lösen.

Gut, wenn man einen Partner mit der richtigen Spürnase an seiner Seite hat. In über 140 Jahren haben wir von Carl ROTH für Sie ausreichend Erfahrung gesammelt, um mit Ihnen gemeinsam jeden noch so komplizierten Fall zu lösen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in unserem innovativen Shop genau das finden, wonach Sie suchen, ist immens. Wir freuen uns, mit Ihnen auch in Zukunft Geschichte und Fortschritt zu schreiben.

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