Tag der Erfinder oder: Was verbindet Hedy Lamarr und Otto Hahn?

Jährlich am 9. November feiern wir den Tag der Erfinder. Dieses Datum wurde, und das mag viele überraschen, zu Ehren der Filmschauspielerin Hedy Lamarr gewählt. Sie wurde am 9. November 1914 geboren und machte nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Erfinderin von sich reden. Gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil erfand sie 1942 das Frequenzsprungverfahren, das heute noch im Mobilfunk eingesetzt wird.

Hedy Lamarr

Wir wollen uns heute aber Otto Hahn widmen, denn auch er kann sich nicht nur mit Fug und Recht Erfinder nennen, sondern hat am 9. November ebenfalls etwas zu feiern: Am 9. November 1944 wurde Otto Hahn aufgrund seiner Forschungsergebnisse zur Kernspaltung den Nobelpreis für Chemie verliehen.

Der Frankfurter Otto Hahn wurde bereits im Alter von 22 Jahren an der Universität Marburg im Bereich organische Chemie promoviert und verlagerte seine Forschung anschließend nach Großbritannien, in die Vereinigten Staaten von Amerika und nach Kanada, wo er unter anderem unter Sir William Ramsay (Chemie-Nobelpreisträger 1904) und Sir Ernest Rutherford (Chemie-Nobelpreisträger 1908) arbeitete. Forschung war also schon damals sehr international.

Otto Hahn und Lise Meitner

Nach seiner Rückkehr in die Heimat wurde er Professor in Berlin, musste seine Tätigkeit jedoch während des ersten Weltkriegs unterbrechen, da er eingezogen wurde. Mit Lise Meitner und Fritz Strassmann setzte er anschließend sein Forschungsprojekt fort. Sie beschossen Uran mit Neutronen und entdeckten 1938, dass anschließend Barium nachweisbar war. Barium ist leichter als Uran und so war bewiesen, dass das Uran in leichtere Elemente gespalten worden war. Damit war die Grundlage für die Kernspaltung gelegt.

An dieser Stelle nun unterscheiden sich Hedy Lamarr und Otto Hahn. Während die Erfinderin gezielt an einer Funkfernsteuerung für Torpedos arbeitete, wenn auch für die Alliierten im Kampf gegen den Nationalsozialismus, setzte sich Otto Hahn vehement gegen den Einsatz der Kernenergie als Waffe ein. Er gilt als Initiator der Mainauer Erklärung und des Göttinger Manifests gegen die atomare Aufrüstung. Beide Erfindungen sind hochaktuell und zeigen uns, wie wichtig die Forschung für künftige Technologien sein kann. Ein guter Grund, den Tag der Erfinder zu feiern.

Quellen:
www.tag-der-erfinder.de
www.nobelprize.org
www.rp-online.de

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