Wie wir in unseren Laboren nachhaltiger arbeiten können


Alles im grünen Bereich?

Ob auf Plakaten, im Internet oder in Büchern – wir lesen es mittlerweile immer öfter: Think green! Und mal ehrlich: Das ist auch gut so. Denn Nachhaltigkeit nimmt völlig zurecht einen immer größeren Stellenwert in Unternehmen und unserer Gesellschaft ein. Nachhaltiges – also umwelt- und ressourcenschonendes – Arbeiten ist mittlerweile ein absolutes Muss. Und das nicht nur, weil es über Umweltberichte ab 2023 dokumentiert werden muss. Es ist eine gemeinschaftliche Anstrengung und eine der größten Aufgaben für die Zukunft. Und dennoch stellt sich aber die Frage nach dem „Wie“ – wie schaffen es bestimmte Bereiche, auf den grünen Zweig zu kommen? Nicht immer ganz einfach, zugegeben.

Zum Beispiel bei Laboren. Dass hier das „Think“ großgeschrieben wird, ist bekannt. Aber wie schaut’s denn mit dem „green“ aus? Nun ja, die Antwort ist durchwachsen. Kleines Beispiel: Der Ressourcen- und Energieverbrauch eines durchschnittlichen Labors ist enorm hoch – ein einziger Tiefkühlschrank verbraucht sage und schreibe genauso viel Energie wie ein Einfamilienhaus. Und einer kalifornischen Studie nach verbrauchen die Laborgeräte in Forschungslaboratorien etwa 800 GWh pro Jahr – was dem jährlichen Energieverbrauch von rund 230.000 Haushalten entspricht.1 Auch in Bezug auf den Verbrauch von Kunststoffen werden die Zahlen hoch: 5,5 Millionen Tonnen weltweit wurden 2015 errechnet.2 Das ist übrigens 550 Mal so viel wie der Eiffelturm wiegt. Oder 67 Kreuzfahrtschiffe.

Allerdings wissen wir auch, dass es schwierig ist, in Laboren von heute auf morgen grün zu werden. Oft ist es nötig, dass erst einmal Materialien gefunden werden, um nachhaltiger im Labor arbeiten zu können. Denn eins ist klar: Es kann nicht jedes Laborprodukt, das nicht nachhaltig ist, einfach durch beispielsweise etwas biologisch Abbaubares ersetzt werden. Aber, und das sind richtig gute Nachrichten, es gibt zahlreiche Methoden und Produkte, die das Laborleben grüner machen – à la „Reduce, Reuse, Recycle“. Wir haben da mal was vorbereitet….

Handfeste Tipps für ein grünes Labor

1. Kaufen Sie hier, kaufen Sie viel oder: das Kauf-Paradoxon

Achtung, jetzt wird’s widersinnig: Labore können Verpackungsmüll reduzieren, indem sie einfach größere Mengen eines Produkts bestellen. Bitte was? Richtig gelesen! Denn viele Produkte des täglichen Laborbedarfs werden oft in großen Vorratspackungen angeboten. Deren Verpackung fällt insgesamt geringer aus, als wenn Labore viele einzelne Packungen von etwas kaufen, Handschuhe oder Pipettenspitzen etwa. Apropos Handschuhe: Wir alle wissen, dass Latex nicht besonders gut für unsere Umwelt ist. Wie wäre es also mit unseren Einmalhandschuhen ROTIPROTECT Nitril green? Sie sind die perfekte Alternative zu Latexhandschuhen, da sie gänzlich frei von Latexproteinen sind und außerdem wasser- und energiesparend hergestellt werden. Ein weiterer Vorteil von großen Bestellungen: es spart Energie bei der Lieferung, da die CO2-Bilanz in der Logistik sinkt.

2. Recycle was das Zeug hält

Zuhause achten immer mehr Menschen auf die richtige Trennung von Müll – das ist auch im Labor angesagt. Aber schon die Hersteller sollten darauf achten, dass alles, was in recycelbares Material verpackt werden kann, auch in recycelbares Material verpackt wird. Der amtierende Einkäufer am Labor kann also schon direkt bei der Bestellung grünes Licht für viele recycelbare Verpackungen geben – und so der Umwelt Gutes tun! Das tun übrigens auch diese Reagenzreservoirs, die sind nämlich biologisch abbaubar.

3. Warum Laborprodukte viel Liebe brauchen

Bei Labormaterialien ist es wie mit Schuhen: Man hat am längsten etwas davon, wenn man sie pflegt. Dabei kommt’s auch nicht auf die Größe an – ob Pipette oder Kühlbrutschrank: Sie brauchen viel Pflege und im Gegenzug halten sie dafür länger und es gibt weniger Müll. Auch einem erhöhten Energieverbrauch können wir vorbeugen, indem wir Kühlgeräte regelmäßig abtauen und reinigen. Aber eigentlich sind Kühlbrutschränke eine Sache für sich – deshalb widmen wir ihnen einen eigenen Punkt.

4. It’s getting cold in here – Kühlbrutschränke für alle. Aber die richtigen.

Je länger ein Kühlbrutschrank offen ist, desto mehr kalte Luft entweicht und der Kompressor muss hinterher umso härter dran arbeiten, die Temperatur im Schrank konstant zu halten. Und das alles verbraucht Energie. Und zwar ordentlich. Nicht gut! Von daher sollten wir darauf achten, den Schrank immer nur kurz zu öffnen, um die Proben darin zu entnehmen oder welche reinzustellen. Da bietet es sich natürlich an, Ordnung zu halten. Wer weiß, wo was steht, braucht weniger Zeit am Kühlbrutschrank. Und wir sollten immer prüfen, ob wir vielleicht versehentlich etwas mitkühlen, was wir entsorgen könnten – muss ja nicht sein! Es gibt mittlerweile auch spezielle energieeffiziente Kühlbrutschränke, wie beispielsweise den Heratherm. Dank der Peltier-Technologie sparen wir bis zu 84 Prozent Energie im Vergleich zu herkömmlichen Geräten mit Kompressor. Also das Gleiche in grün…

5. Kein Druck, liebe Laborantinnen und Laboranten!

Wir wissen, dass es oft angenehmer ist, Arbeitsprotokolle oder Berichte in Händen zu halten und umblättern zu können. Aber wir sollten bedenken, dass es der Umwelt zugutekommt, wenn wir so wenig wie möglich ausdrucken. Das klingt jetzt recht einfach, aber es ist effektiv – denn wenn wir im Kleinen beginnen, kann das Großes bewirken. Viele Labore sind was die Digitalisierung von Dokumenten angeht noch etwas grün hinter den Ohren. Das muss ja aber nicht so bleiben…  

6. Einfach mal abschalten. Auf der Arbeit.

Klingt einfach, ist es auch: Wenn ein Gerät nicht benutzt wird, sollten wir es einfach ausschalten. In Laboren gibt es viele energieintensive Geräte, die aber nicht den ganzen Tag benutzt werden. Wer es bisher noch nicht macht, kann ja damit anfangen – einfach mal einen kleinen Spaziergang durch das Labor machen und schauen, ob alles was geht auf „off“ steht.

Fazit

Ja, die Liste an Herausforderungen für ein grünes Labor ist lang – aber viele können schon heute realisiert werden. Am Ende ist Think green ein Prozess, eine Kette, deren Glieder aus verschiedenen Optimierungsprozessen, alternativen Materialien und neuartigen Methoden bestehen. Es ist eine Zusammenarbeit von Hersteller und Anwender, die nur funktionieren kann, wenn alle das gleiche Ziel verfolgen: eine Umwelt, die auch noch für viele Generationen nach uns lebenswert ist, grün, blühend, gesund. Wer noch mehr zum Thema wissen möchte, kann gern mal in den GoGreen Guide der TU Dresden schauen. Und abschließend möchten wir Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt von der NIUB-Nachhaltigkeitsberatung noch zu Wort kommen lassen: „Nachhaltigkeit ist endgültig in den Life Sciences angekommen. […] Am Ende gelingt die Umsetzung von Nachhaltigkeit nur gemeinsam.“3 Und das übrigens nicht nur im Labor.

Quellenangabe

1 https://www.etcc-ca.com/sites/default/files/reports/ceel_market_assessment_et14pge7591.pdf

2 https://www.nature.com/articles/528479c

3 https://www.labvolution.de/de/news/news-fachartikel/nachhaltigkeit-in-laboren-und-life-sciences-unternehmen

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