Diese Vitamine stecken in Pilzen


Pilze enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe und eignen sich außerdem zur biotechnologischen Nutzung. Erfahren Sie in unserem Blogbeitrag mehr darüber, welche Vitamine in welcher Pilzart stecken und wie innerhalb der Biotechnologie mit dem Einsatz von Pilzen Vitamine hergestellt werden können.

In Pilzen finden sich mit Vitaminen und Spurenelementen viele wichtige Mikronährstoffe. Wissenschaftler finden vor allem viele Vitamine des B-Komplexes in Pilzen. Doch je nach Art befinden sich in Speisepilzen weitere wertvolle Nährstoffe in hohen Konzentrationen. So liefern etwa Pfifferlinge besonders viel Eisen. Der Mensch ernährt sich schon viele Tausend Jahre von natürlich wachsenden Speisepilzen. Auch Champignons, die in Europa verbreitetsten Kulturpilze, enthalten wertvolle Inhaltsstoffe. Doch Pilze tragen nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als biotechnologisch nutzbare Mikroorganismen zu Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen bei. Biotechnologieunternehmen nutzen die Nährstoffe in Pilzen etwa für die Herstellung biologischer Medikamente und industrielle Anwendungen.

Champignons als Vitamin-Lieferanten

Bei fast allen Vitaminen ist der menschliche Organismus auf eine ausreichende Aufnahme über die Ernährung mit Pflanzen, Pilzen und tierischen Produkten angewiesen. Ein ausgeglichener Vitamin-Haushalt ist entscheidend für die Funktion der zentralen Stoffwechselprozesse in unserem Organismus.

Nährstoffe in Pilzen tragen besonders zur Deckung des Bedarfs an Vitaminen des B-Komplexes bei. So befindet sich auch in Champignons ein vergleichsweise hoher Gehalt an Vitamin B7 (Biotin). Der Mikronährstoff in den Pilzen wird zur Aktivierung von Energiereserven benötigt und spielt eine wichtige Rolle beim Aminosäurestoffwechsel. Ein Mangel macht sich etwa durch Muskelschmerzen, Hautausschlag, Erschöpfung oder Schwindel bemerkbar. In 100 g Champignons finden sich bis zu 16 µg des Vitamins. Nicht wenig, angesichts eines Tagesbedarfs von 45 µg. Der Verzehr von Champignons und anderen Pilzen in Regelmäßigkeit trägt daneben zu einem ausgeglichenen Haushalt der Vitamine B2, B3 und B5 bei. Doch bei einer zu starken Hitzeentwicklung oder durch das Auslaugen in Wasser können die Vitamine in den Pilzen teilweise verloren gehen.

Champignons und Vitamin D

Vitamin D ist ein Sonderfall: Der Mikronährstoff wird hauptsächlich vom Körper selbst hergestellt. Als externe Zugabe ist lediglich die direkte Sonneneinstrahlung erforderlich. Über die Nahrung nimmt der Mensch in der Regel nur einen sehr geringen Anteil des Tagesbedarfs an Vitamin D auf. Bei einem täglichen Bedarf von 20 µg liegt die empfohlene Tageszufuhr über die Nahrung bei etwa 5 µg.

Nicht nur in Fisch und Milchprodukten, sondern auch in Pilzen kommt Vitamin D vor. Champignons benötigen für die Produktion von Vitamin D2 ihren Inhaltsstoff Ergosterol und UV-Licht. Da sie der Sonne ausgesetzt sind, enthalten Waldpilze und Wiesenchampignons mehr Vitamin D als Champignons aus der Dunkelzucht. Da diese aber vorherrscht, findet sich meist sehr wenig Vitamin D in den Champignons aus dem Supermarkt. Doch Wissenschaftler haben gezeigt, dass viel Potenzial besteht: Durch eine Bestrahlung mit UV-Licht und die Trocknung reichert sich in auch in Kulturchampignons erheblich mehr Vitamin D an. Durch diesen Mechanismus sorgen Pilze übrigens auch für den Vitamin-D-Gehalt in Schokolade.

Vitamine in Pilzen: Biotechnologische Nutzung

Der Mensch macht sich die Pilze nicht nur wegen der in ihnen enthaltenen Vitamine zunutze. So sorgen Hefepilze seit Jahrtausenden für die alkoholische Gärung in Bier oder Wein. Handelte es sich in der Vergangenheit häufig um Zufallsentdeckungen, so setzt die weiße Biotechnologie Pilze heute gezielt für die Produktion von Substanzen für den Einsatz in der Textilindustrie oder bei der Produktion von Biokunststoffen ein. Dieser industrielle Zweig der Biotechnologie produziert unter anderem die Vitamine B2 (Riboflavin) und B12 (Cobalamin) für die Nahrungsergänzung aus Pilzen. Beispielsweise synthetisiert der Pilz Ashbya gossypii genährt durch Glucose in Fermentern weit mehr Riboflavin, als er für seinen eigenen Stoffwechsel benötigt. Zwar kann die Industrie den Stoff auch chemisch synthetisieren, doch die Herstellung von Vitamin B2 in Pilzen ist deutlich effizienter.

In unserem Blogartikel erfahren Sie mehr Wissenswertes zu Vitaminprodukten als Nahrungsergänzungsmittel.

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